Hochtouren-Tage – Cabane de Moiry
Dem heissen «Unterländer Wetter» entflohen, konnten wir drei grossartige Hochtourentage rund um die Cabane de Moiry (2828 m ü. M.) geniessen.
Donnerstag
Anreise und Hüttenzustieg. Nach einer kurzen Mittagspause stiegen wir zum Col du Pigne (3137 m ü. M.) auf. Dort standen die Einführung ins Gehen und Klettern am kurzen Seil sowie die Vorbereitung und das Bilden der Seilschaften für den Freitag auf dem Programm.
Nach einem schnellen Wetterumschwung wurden wir beim Hüttenabstieg jedoch so richtig «verschiffet».
Freitag
Aufstieg zum Col du Pigne und Überschreitung des Pigne de la Lé (3396 m ü. M.) in der Richtung NNE–SSW. Anschliessend stiegen wir über den Moirygletscher ab.
Danach folgten verschiedene Ausbildungsblöcke:
Spaltenrettung mit loser Rolle, Variante Prusik sowie als Variante mit der Micro Traxion. Den Flaschenzug bereiteten die beiden Anwärter Thomas und Frédéric vor. Anschliessend mussten beide ihre Standortbestimmung auf der Karte und mit dem Kompass durchführen, alle Touren mussten sie ohne elektronische Hilfsmittel machen – Kartenlesen!
Kurz vor der Hütte wartete die letzte Übung: Eine am Fuss verletzte Teilnehmerin musste mithilfe von Rucksacktragen und Rucksackliege transportiert werden. Einige Gäste der Cabane eilten den beiden Anwärtern spontan zu Hilfe. Bravo – viele anspruchsvolle Aufgaben wurden erfolgreich gemeistert!
Samstag
Aufstieg zum Moirygletscher und Querung westwärts in Richtung Pointes du Mourti. Anschliessend stiegen wir südwärts zum Dent des Rosses und versuchten ein namenloses Couloir (ca. 3550 m ü. M.) zu erklimmen. Wenige Meter unterhalb des Gipfels mussten wir den Aufstieg aus Sicherheitsgründen abbrechen, da sich zahlreiche grosse und lose Felsblöcke im Couloir befanden.
Nach einer kurzen Zwischenverpflegung stiegen wir auf derselben Route zurück und erreichten trotz der hohen Temperaturen den Gletscher sowie die Hütte problemlos.
Und wer behauptet, es sei am Samstag um 17 Uhr am Bahnhof Biel «warm» gewesen, hätte besser bei Thomas im Caddy sitzen sollen: Die gut dreistündige Rückfahrt bewältigten wir ohne Klimaanlage – bei stolzen 47 °C im Auto.
Frank
