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Hangendgletscherhorn über den Chammligrat, ZS-

Nachdem wir 2009 die Tour nach dem Grat abbrechen mussten, weil wir am selben Tag noch von der Hütte abstiegen, haben wir dieses Jahr drei Tage eingeplant. Es hat sich sehr gelohnt, siehe weiter unten ;-).

Der (weite) Aufstieg in die Hütte wurde bei bestem Wetter effizient erledigt, nicht zuletzt, weil die zwei Seilträger, offensichtlich im Trainingsmodus, nichts hergeben wollten. Wir anderen fanden das offen gestanden ganz angenehm, danke Ruben und Jonathan. Den Abend haben wir gemütlich in der Gaulihütte verbracht und schlossen angenehme Bekanntschaften, die uns auch noch ein paar Tourenbilder bescherten. Wieder bestes Wetter am Gipfeltag, lockere Dunstschwaden verdeckten ab und zu die Aussicht, es war dafür nicht zu heiss und auf dem Grat windstill. Zum Glück, erst hiess es hinten anstehen. Der Grat wird nicht sehr oft begangen, aber heute waren 5 Seilschaften “an der Arbeit”. Wir mussten an diesem Tag noch öfters (lange) warten, was jedoch bei diesem Wetter nicht wirklich problematisch war. Gleich zu Beginn der Kletterei gibt es einen kurzen, exponierten Abstieg, was bei einzelnen TeilehmerInnen den Wunsch aufkommen liess, die Tour gleich wieder abzubrechen. Kurz zusammenreissen und dann los, geht ja. Die Tour ist teilweise ziemlich ausgesetzt, insbesondere gibt es auch einige Abstiege, bei denen auf beiden Seiten viel Luft zum tief Durchatmen vorhanden ist. Der Grat ist nicht besonders schwierig (wir haben nicht alle schwierigeren Stellen umgangen und im 3ten Grad geklettert), aber nicht wirklich fehlertolerant. Der Grat wurde gemeistert und wir waren gespannt auf die Situation beim Ausstieg. Der Gletscher hatte noch Schnee, weshalb wir diese Variante gewählt haben. Beim Einstieg versuchte sich ein Teilnehmer im Plattensurfen und rutschte mit zwei grossen Platten ab. Das hätte böse ins Auge gehen können, aber es gab nur ein paar Schürfungen. Gut gesichert von hinten! Der (zu Beginn sehr) steile Schnee war gut begehbar, die Spur hätte etwas besser (höher) gelegt werden können, wir kamen schon runter auf das Eis. Der weitere Weg zum Gipfel ist noch einmal exponiert aber bis auf die letzten Höhenmeter einfach. Zeitbedarf: sagenhafte 7 Stunden 56 Minuten (gemäss meiner GPS-Uhr bin ich davon 5 Stunden und 24 Minuten gestanden) – und wir waren die erste Seilschaft auf dem Gipfel!

Den Abstieg machten wir oben noch einmal konzentriert und danach gemütlich mit Pausen. Sehr schön wars!

Nach einem weiteren gemütlichen Abend in der Hütte (und einem weiteren Schnarchwettbewerb) machten wir uns gemütlich auf den sehr schönen Weg, diesmal über den Mattenalpsee, zum Parkplatz und nach Meiringen ins verdiente SchorleKaffeeColaBierMineral. Merci der Spenderin!

Es ist immer schön, in angenehmer Begleitung, stressfrei (dank drei Tagen) bei bestem Wetter über eine interessante Variante den Gipfel zu erreichen! Merci an Ruben, Chrigu, Jonathan und Karin.